RLT-Anlage

 

Technische Daten

Schema der RLT-Anlage

Die raumlufttechnische Anlage befördert Luft mit Hilfe von Ventilatoren in den OP-Raum. Durch diverse Einbauten wird eine bestimmte Luftmenge mit einem bestimmten Druckverhältnis, sowie Luftfeuchte, Temperatur und Luftreinheit bereitgestellt. Dadurch werden die Betriebsparameter während des Betriebs (bspw. bei einer OP) reguliert. Die RLT Anlage verfügt über zwei Modi, dem Sekundär- und Zuluftbetrieb. Im Zuluftbetrieb wird von außen Luft angesaugt, anschließend aufbereitet und dem Raum zugeführt. Nachdem sie den Raum verlässt wird diese sogenannte Abluft nochmals gefiltert und nach außen befördert. Im Sekundärluftbetrieb wird ein Teil der Abluft erneut dem System beigemischt. Zusätzlich wird neue Außenluft wieder von dem System angesaugt, aufbereitet und in den Raum eingeleitet. Die RLT Anlage muss aus korrosionsbeständigen und abriebfesten Material bestehen, um eine konstante Zuluftqualität bereitstellen zu können. Die RLT-Anlage des HTW-Forschungs-OPs ist eine sogenannte Hygieneausführung und erfüllt alle Vorgaben der VDI 6022 Blatt-1.

Zu- und Abluftkanal zum OP (links) und zu der RLT-Anlage (rechts)
RLT-Anlage im Technikraum

 

 

Außenluftansaugung der RLT-Anlage (schwarzer Kanal)

 


Hygieneuntersuchung der RLT-Anlage

In Krankenhäusern und Räumen des Gesundheitswesens gilt es vor allem den Gesundheitsschutz des Patienten und des Operationsteams während Operationen zu gewährleisten. Um gesundheitlichen Schädigungen vorzubeugen müssen der OP-Raum und die RLT-Anlage entsprechende Hygieneanforderungen einhalten, welche bereits bei der Planung und beim Bau berücksichtigt werden müssen.

Mit Hilfe von mikrobiologischen Untersuchungen kann die Keimbelastung in der RLT-Anlage untersucht und damit die hygienische Unbedenklichkeit überprüft werden. Es dürfen keine Keime in den OP-Raum eingetragen werden, damit ein hoher Personenschutz sichergestellt werden kann. Die RLT-Anlage des HTW-OPs wurde nach VDI 6022 Blatt-1 abgenommen.

Für die mikrobiologische Untersuchung stehen verschiedene Methoden, wie zum Beispiel die Luftkeimsammlung und das Abklatschverfahren zur Verfügung. Die Methoden sind in der VDI 6022 beschrieben. Die Anforderungen und die Probenahmestellen für die RLT-Anlage sind je nach Konfiguration der einzelnen Komponenten festgelegt.

Luftkeimsammler
Luftkeimsammler in Aktion
Nährböden: links unbelastet, rechts belastet

OP-Raum

 

TAV-Decke

Die Abmessungen der TAV-Decke im HTW-OP betragen 3,2 m x 3,2 m und erfüllen die Anforderungen der Norm 1946-4:2008 für raumlufttechnische Anlagen in Gebäuden und Räumen des Gesundheitswesens. TAV-Decken werden eingesetzt um Kontaminationen zu Reduzieren, indem sie eine turbulenzarme Verdrängungsströmung aus aufbereiteter Luft erzeugen und über das Ausströmfeld einen Schutzbereich ausbilden. In der TAV-Decke des HTW-OPs ist ein Homogenisator (Laminarisator) in doppelter Bespannung im Randbereich und einfacher Bespannung im Kernbereich eingebaut. Die unterschiedliche Bespannung ermöglicht die Erzeugnung eines Differential- oder Gleichstromfeldes. Für den deckenintegrierten Sekundärluftbetrieb verfügt die TAV-Decke über sechs Deckenventilatoren (unteres Bild) zum Ansaugen der Raumluft. Die TAV Decke besitzt Schwebstofffilter, welche die Luft steril filtert. Der Filter besitzt einen Abscheidegrad von 99,995 % bei einer Partikelgröße zwischen 0,15 µm und 0,25 µm. Die Filterelemente sind über eine Flüssigkeitsdichtung abgedichtet, die einzelnen Bauteile sind aus korrosionsbeständigen Material.

Abströmbereich der TAV-Decke mit Stativdurchführung

 

Operationsdeckenintegrierte Ventilatoren
TAV-Decke
TAV-Decke mit OP-Leuchten, Videokamera und Strömungsstabilisatoren

 

Strömungsprofile

 

Die TAV-Decke bildet im Ausströmbereich einen Differentialflow aus, der im Arbeitsbereich in ein Gleichstromfeld übergeht.